Europa schreibt sich Open Access fest ins Programm

Nachdem sich in Großbritannien Ende der letzten Woche positive Signale für die Verankerung von Open Access abzeichneten, zieht das Ganze auf europäischer Ebene nach. In einer Pressemitteilung von gestern kündigte die Europäische Kommission eine weitreichende Festschreibung von Open Access im Europäischen Forschungsraum (ERA) an:

As a first step, the Commission will make open access to scientific publications a general principle of Horizon 2020, the EU’s Research & Innovation funding programme for 2014-2020. As of 2014, all articles produced with funding from Horizon 2020 will have to be accessible:

– articles will either immediately be made accessible online by the publisher (‚Gold‘ open access) – up-front publication costs can be eligible for reimbursement by the European Commission; or

– researchers will make their articles available through an open access repository no later than six months (12 months for articles in the fields of social sciences and humanities) after publication (‚Green‘ open access).

In der Pressekonferenz gaben Neelie Kroes (EU-Kommissarin für Digitale Agenda) und Maire Geoghegan-Quinn (EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft) darüber hinaus eine klare Empfehlung an die EU-Mitgliedsstaaten die Verankerung eines dauerhaften und offenen Zugangs zu wissenschaftlichen Publikationen und Forschungsdaten umzusetzen. Mit dem genannten Ziel der Kommission, bis zum Jahr 2016 60% der Forschungspublikationen, die öffentlich gefördert entstehen, barrierefrei zugänglich zu machen, dürfte aber auch eine hohe Latte gesetzt sein.

Schon im zweiten Satz der Pressemitteilung liest sich übrigens der spannende und höchstwichtige Punkt, dass die Öffnung bei weitem nicht auf Publikationen beschränkt sein soll:

Broader and more rapid access to scientific papers and data will make it easier for researchers and businesses to build on the findings of public-funded research.

Der offene Zugang zu Daten ist dürfte also in einem zweiten Schritt erfolgen, eine entsprechende Open Data Strategy gibt es ja bereits auf der Europäischen Digitalen Agenda.

In den kommenden Wochen und Monaten dürfte es dann spannend werden zu beobachten, welche Auswirkungen die jüngsten Entwicklungen auf weitere europäische Mitgliedsstaaten (und besonders auch auf Deutschland) haben werden.