Vorbetrachtung zu #orcid12de: Autorenidentifikationssysteme

Gemeinsam mit der Open Researcher & Contributor Identification Initiative (ORCID) veranstaltet die Arbeitsgruppe Elektronisches Publizieren (E-Pub) der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation (DINI) und das Open Access Koordinationsbüro der Helmholtz-Gemeinschaft heute einen Workshop, der sich dem Status quo und den zukünftigen Entwicklungen im Bereich der Autorenidentifkation widmet. Am Beispiel von ORCID sollen Strategien für die Integration und Vernetzung von Repositorien und deren Anschlussfähigkeit dargelegt und diskutiert werden.

KURZE VORBETRACHTUNG

Die Herkunft von Gedanken, Aussagen oder auch wissenschaftlichen Erkenntnissen eindeutig nachzuvollziehen zu können ist nicht erst heutzutage ein bekanntes Problem. Mit der ständig komplexer werdenden (Wissenschafts-)Kommunikation und sich immer weiter diversifizierenden elektronischen Publikationssystemen hat die Notwendigkeit eines eindeutigen und autorenbezogenen Herkunftsnachweises aber noch einmal deutlich an Wichtigkeit gewonnen. Publikationen nachweislich auf Autoren (z.B. auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler) sowie auf ihre organisationellen oder institutionellen Zugehörigkeiten zu beziehen, werden daher häufiger und auf breiterer Ebene diskutiert.

Es gibt bereits Autorenidentifikationssysteme verschiedenster Arten die jeweils für bestimmte Zwecke oder in bestimmten Kontexten mehr oder weniger geeignet erscheinen. Martin Fenner hat in seiner Betrachtung eine Reihe von existierenden Autorensystemen tabellarisch aufgelistet. Darunter befinden sich Systeme mit einem eher breiten Einsatzgebiet wie bspw. OpenID (vorrangiger Einsatz ist allerdings in der Authentifizierung im Netz) oder dem International Standard Name Identifier ISNI (welcher an Autoren aller kreativen Richtungen vergeben werden kann – Künstler, Musiker, Schriftsteller, etc.). Darüber hinaus gibt es bereits eine Reihe von Autorensystemen die im akademisch-wissenschaftlichen Kontext ihren Einsatz finden. Hier sind vor allem die bekannteren Systeme wie AuthorClaim, ResearcherID, ArXiv Author ID, PubMed Author ID und auch ORCID zu nennen.

Im Grunde dienen all diese System (und viele weitere) den gleichen Zwecken in verschiedenen Kontexten – der eindeutigen Identifikation von Autoren und dem Nachweis ihrer Autorenschaft in (elektronischen) Publikationen. Martin Fenner benennt eine Reihe von nützlichen Gründen für den Einsatz solcher Autorensysteme:

  1. Researchers want to find potential collaborators, and want an easier way to get credit for their scholarly activities,
  2. Institutions want to collect, showcase and often evaluate the scholarly activities of their faculty,
  3. Publishers want to simplify the publishing workflow, including peer review,
  4. Funding organizations want to simplify the grant submission workflow and want to track what happened to the research they funded, and
  5. Scholarly societies want an easier way to track the achievements of their members.

Viele dieser Systeme nutzen verschiedene Strategien aus denen wiederum unterschiedliche Probleme hinsichtlich der grundlegenden Schlüsselfaktoren erwachsen – Identität (z.B. Registrierung, Disambiguierung), Reputation (z.B. in Referenz- und Zitationssystemen) und Vertrauen (z.B. in das langfristige Bestehen eine Autorenidentifikationssystems). Ich bin gespannt wie ORCID zu diesen Punkten gestaltet ist, wie reliabel das System ist und welche Ansatz zum breiten Einsatz vertreten wird. Dazu werde ich im nachfolgenden Blogpost heute versuchen während der Veranstaltung interessante und relevante Punkte zu verbloggen.

WEITERFÜHRENDE LINKS

Die Organisatoren empfehlen als einführende Literatur die folgenden Texte, in denen die Thematik deutlich breiter betrachtet und dargelegt wird, als ich es in diesem kurzen Abriß getan habe:

Darüber hinaus möchte ich auch noch das Blog von ORCID empfehlen.