OKFestival 2014

OKfestival

In den vergangenen 3 Tagen war die Kulturbrauerei in Berlin Heimat für das OKFestival 2014. Beachtlich ist, dass hier unter dem Label Open Knowledge eine unglaubliche Bandbreite an Themen und Menschen zusammenkommt. Ob es nun Bildungsprojekte, Hardwarehacks, Unternehmensdaten oder die offene Wissenschaft ist – für jedes Thema finden sichbegeisterte Menschen.

Rufus Pollock hatte bereits in seiner Eingangsrede warme Worte für das Zusammenkommen der Besucher aus aller Welt gefunden. Man sei zwar schon bemüht interessante Speaker zu gewinnen, aber es komme vor allem auf die zusammenkommende Community an. Das mag zwar etwas cheesy klingen, trifft aber doch ins Schwarze. In der Tat waren viele der Speaker interessant, man merkte aber an jeder Stelle, dass die Gespräche in und um die Sessions herum der eigentliche Kern der Veranstaltung waren.

Ich habe an einigen der Open Science Veranstaltungen teilgenommen und konnte mit vielen der Anwesenden wirklich spannende Gespräche führen. Schön ist, dass viele Akteure die Veranstaltung genutzt haben, um neue Projekte anzustoßen, oder bereits begonnene Projekte noch einmal mit neuer Energie „aufzuladen“ und das Feedback aus der Community einzuholen. Vieles was hier besprochen wurde wird man in der Zukunft weiter entwickeln, festigen, und das ein oder andere werden wir sicher auch an konkreten Projekten sehen.

Ein für mich besonders spannendes Event fand am Mittwochabend mit dem Fringe Event bei der Open Knowledge Foundation Deutschland statt. In den Räumlichkeiten der OKFN versammelten sich rund 30 Leute aus den verschiedensten Bereichen – aktive Wissenschaftler, Künstler, aber auch Nichtwissenschaftler mit der Begeisterung für die Wissenschaft – um die Gründung einer Arbeitsgruppe für Open Science für den deutschsprachigen Raum (DACH) auf den Weg zu bringen. Merklich bei dieser, wie auch bei anderen Workshops auf dem OKFest, waren die Diskussion rund um die Begrifflichkeiten. Natürlich ist der Wissenschaftsbegriff in Deutschland ein anderer als der Science-Begriff in den englischsprachigen Ländern. Auch die Rolle von Open Science in den Humanities (bzw. den Humanities in Open Science) und die damit einhergehenden begrifflichen Schwierigkeiten (Open Data vs. Work in den Humanities) waren ein vieldiskutiertes Thema. Einig war man sich aber, dass es ein sinnvolles Unterfangen ist dem Thema Open Science im deutschsprachigen Raum eine zentrale Stimme mit dieser Arbeitsgruppe zu geben. Einig war man sich auch, dass man dem weiten Verständnis von Science folgt und auch Humanities als diese versteht. Als drei Handlungsfeldern wurden Tools, Policy und Communication identifiziert. In den kommenden Wochen wird an einem gemeinsamen Mission Statement und Selbstverständnis gearbeitet mit dem die Open Science Working Group innerhalb der OKFN dann ihre Aktivitäten begründen wird.

Einen ausführlicheren, und vor allem themenspezifischeren Rückblick auf das OKFestival 2014 werden wir in der kommenden Woche im Open Science Radio werfen.

Bild: facebook-cover OKFestival (okfn @ flickr.com, CC BY 2.0)