The Internet’s Own Boy

Einige Zeit nach seiner Veröffentlichung hab ich jetzt mal die Zeit gefunden mir Brian Knappenberger’s Dokumentarfilm über Aaron Swartz, The Internet’s Own Boy: The Story of Aaron Swartz, anzusehen, den er als Kickstarter-Projekt Anfang 2013 finanzierte.

Der Film versucht in seinen 105 Minuten dem Betrachter das Leben, Wirken und Sterben von Aaron Swartz näher zu bringen – einem 26jährigen Menschen den seine Einstellungen, Interessen und Ideale zum politischen Aktivisten ließen werden, wenn vielleicht auch nicht ganz freiwillig. Das überwiegende Narrativ in Knappenberger’s Werk sind die Interviews mit Menschen mit denen Aaaron aufwuchs, mit denen er zusammenarbeitete, die er traf, die er beeindruckte. Knappenberger beschreitet diesen Weg ruhig, ohne künstlich allzu viel Pathos beizumengen. Er zeichnet das Bild eines Kindes, eines Teenagers, eines Mannes der sich von frühester Jugend an für Technik und Computer interessierte und in einer Vielzahl von Projekten mitwirkte die das Internet wie wir es kennen, geformt und beeinflusst haben (RSS, Creative Commons, Reddit, Wikipedia, Markdown). Er zeichnet das Bild eines Menschen für den das Internet mehr als eine Sammlung von Webseiten war – der sich früh für das Potential des Netzes für die Verbreitung von Wissen und die Gestaltung einer informierten Gesellschaft interessierte. Gerade weil dieses Bild nicht unmittelbar aus der Hand von Knappenberger kommt, sondern durch die vielen O-Töne seiner Familie, seiner Freunde, Wegbegleiter und Kollegen gezeichnet wird, erhält es eine starke Strahlkraft.

Knappenberger hat zweifelsohne einen wertvollen Beitrag zur Dokumentation des Schaffens von Aaron Swartz geschaffen. Der Film geht einem nahe, der Mensch hinter dem Aktivisten tritt hier und da ein wenig hervor. Aber auch Knappenberger schafft es abschließend auf viele der Fragen zu antworten die sich so viele nach dem Tod von Aaron gestellt haben. Aber wie kann er auch? Denn wer weiß schon wie Aaron Swartz wirklich tickte? Wir können viel von dem sehen was er geschaffen hat, womit er sich beschäftigt hat – für so manches davon hat er sogar selbst seine Motivationen erklärt. Aber wir wissen auch so vieles nicht. Aber vielleicht ist das auch gar nicht schlimm. Ich kann nur jedem empfehlen mal ein paar Gedanken von Aaron zu verfolgen. Und sich diesen Film anzuschauen, der u.a. im Internet Archive verfügbar ist.

Die Reaktionen nach seinem Tod haben gezeigt, dass Aaron Swartz viele Menschen inspiriert hat, einige sogar berührt hat. Viele seiner Aktionen und Ideen werden nachhaltig die Welt ändern. Andere müssen erst noch viel Kraft erfahren, damit sie in Veränderungen münden. Das ist sein Vermächtnis.