Open Science Links vom 11.08.2016

Meine Linkempfehlungen vom 11.08.2016:

  • The F1000Research authorship policy – Mittlerweile hat F1000Research reagiert und selbst einen Post zu ihren Authorship Criteria veröffentlicht, in dem sie ihre Überlegungen dokumentieren.
  • F1000Research admits their regressive “objective authorship criteria” “disadvantage young researchers” – Kürzlich hatte F1000Research ein Paper-Einreichung einer Bibliothekswissenschaftlerin abgelehnt, da diese den „objektiven Autorenkriterien“ nicht entsprach. Chealsye Bowley hat zwar 2 Master, aber weder einen PhD, noch einen MD, noch war sie direkt bei einer Wissenschaftseinrichtung angestellt (sondern bei einer Bibliothek) – das war F1000Research nicht genug und so erreichte ihre Einreichung weder einen Editor noch einen Reviewer, sondern wurde direkt abgelehnt. Schlimmer noch, man riet Ihr wohl per Mail, dass sie doch zusammen mit einem Senior-Scientist einreichen sollte (etwas was m.E. in den meisten Finanzierungen durch die DFG bspw. gar nicht möglich ist). An der Stelle fragt man sich (und etliche Menschen taten das auch direkt bei F1000Reserach auf Twitter) ob solche Kriterien noch zeitgemäß sind, insbesondere in diesem Fall in dem ersichtlich ist, dass die Autorin klar im wissenschaftlichen Bereich arbeitet und sich das eingereichte Paper entsprechend gestaltet. F1000Research hat zunächst mit einem Schnellschuß reagiert (das man ja irgendwo eine Linie ziehen müsste, sonst würde ja jeder einreichen können), hat aber mittlerweile auch nachgelegt und der Community signalisiert, dass man der Diskussion folgt und versucht Konsequenzen daraus zu ziehen. Tony Ross-Hellauer hat im OpenAIRE Blog den Fall etwas ausführlicher aufgegliedert. Lesenswert! Der Fall ist wirklich interessant, zeigt er doch, dass auch Organisationen die quasi Vorreiter in der Open Science Bewegung sind, sich stets hinterfragen müssen, ob ihre eigenen Regelungen noch sinngemäß sind. Zumal man die Wissenschaftler ja quasi „in die Irre führt“, denn auf der Website steht im Kopf sehr präsent der „Submit your Research“ Button und suggeriert damit die entsprechende Offenheit.
  • Marktmacht in Schranken weisen? Studie zur Ökonomie von Ausnahmen im Bildungs- und Wissenschaftsurheberrecht – Nachdem die Juristin Katharina de la Durantaye bereits 2014 umfassende Regelungsvorschläge für zeitgemäßere Bildungs- und Wissenschaftsschranken vorgeschlagen hatte, hat nun auch eine Studie aus ökonomischer Sicht die positiven Aspekte einer weitreichenderen Schrankenregelung (und damit einer umfassenderen Lehrmittlefreiheit) bestätigt. Das Team rund um den Wettbewerbsökonomen Justus Haucap unterstrich vor allem die wohlfahrtsökonomischen Aspekte einer solche Regelung. Nun dürfte spannend sein, wie und wann die Politik entsprechend reagiert.