Open Science Links vom 23.02.2017 bis 28.03.2017

Meine Linkempfehlungen vom 23.02.2017 bis 28.03.2017:

  • Der Aufschwung der Preprint-Server – Stefan Schmeja hat im TIB Blog mal einen analysierenden Blick auf die Entwicklung der Preprint-Server geworfen, die in nahezu allen Bereichen einen starken Aufschwung erfahren – insbesondere 2016 gab es einen regelrechten Boom. Bleibt zu hoffen, dass die Preprint-Server nachhaltig Bestand haben und die Nutzung sich weiterhin ausweitet, insbesondere auch in andere wissenschaftliche Bereiche in denen die Praxis der Preprints bisher weniger verbreitet war (z.B. in den Humanities, wo Preprints bspw. mit dem SocArXiv auch bereits Einzug gehalten hat).
  • Envisioning future scholarly communication: The Vienna Principles – Im F1000 Blog geben Katja Mayer und Peter Kraker noch einmal eine bißchen Hintergrund zu den Vienna Principles. Die im Rahmen der Arbeitsgruppe "Open Access and Scholarly Communication" des Open Access Network Austria (OANA) begonnenen Prinzipien fassen insgesamt 12 Punkte zusammen die aus Sicht der Autoren die Grundsätze der Offenheit (Openness im Sinne der Open Definition) für die wissenschaftliche Publikationspraxis beschreiben. Im Blogpost beschreiben sie noch einmal die Motivation dahinter, die Ziele und die Roadmap. Lesenswert
  • Report: “Towards a Competitive and Sustainable OA Market in Europe” – Im Open AIRE Blog gibt es eine kurze Zusammenfassung des Reports “Towards a Competitive and Sustainable OA Market in Europe – A Study of the Open Access Market and Policy Environment”. Die ökonomische Analyse des Open Access Markts wurde von Research Consulting im Rahmen des OpenAIRE Arbeitspakets zu "FP7 Post Grant Open Access Pilot (WP5)" durchgeführt, und der Report bereits im Oktober 2016 veröffentlicht. Der lesenswerte Blogpost fasst die Schlüsselstellen des Reports sowie die Hindernisse beim Übergang zu Open Access und die daraus resultierenden Implikationen auf politischer Ebene zusammen.
  • Final Report of the Expert Group on Altmetrics: Next-generation metrics (PDF) – Passend zum Thema Open Science Monitor hat die „Expert Group on Altmetrics“ ihren Abschussbericht veröffentlicht. Unter dem Titel „Next-generation metrics: Responsible metrics and evaluation for open science“ gibt es einen 26-seitigen lesenswerten Bericht, der einen durchaus merklichen Richtungswechsel bei der Anerkennung von Forschungsleistungen vorschlägt, wie sich schon an den fünf Kernaussagen erkennen lässt: „An open science system should be grounded in a mix of expert judgement, quantitative and qualitative measures“; „Transparency and accuracy are crucial“; „Make better use of existing metrics for open science“; “Next generation metrics should be underpinned by an open, transparent and linked data infrastructure;“ sowie „Measure what matters“.
  • Open Science Monitor – Die EU Kommission hat vor kurzem den Open Science Monitor veröffentlicht, der aktuelle Entwicklungen von Tools sowie Aktivitäten und Trends im Bereich Open Science monitoren und für einzelne Länder und verschiedene Wissenschaftsbereiche vergleichbar machen soll. Der Monitor greift auf eine ganze Reihe von Quellen zurück die systematisch evaluiert wurden und weiterhin erweitert werden sollen. Ausführliche Details zur Methodik finden sich ein einem eigenen PDF.
  • Welches Open Access Repository sollte man in der Bibliotheks- und Informationswissenschaft nutzen? – Schön, dass Ulrich Herb seine Überlegungen wo er (zukünftig) veröffentlichen will, auch öffentlich anstellt, zumal man aus den Bibliotheks- und Informationswissenschaften nicht gerade täglich etwa hört (zumindest ich nicht). Lesenswert und gleichermaßen bedenklich wie weit man anscheinend noch von "reibungslos" entfernt ist.
  • Pay What You Want und Open Access | Telepolis – Ulrich Herb zieht nach knapp 2 Jahren Bilanz wie sich die Open-Access-Zeitschrift Surgery Journal (Thieme-Verlag) mit dem "Pay what you want" Modell bewährt hat. Bei dem 2015 lancierten Surgery Journal gibt es zwar Artikelgebühren aber die Höhe dieser wird von den Autoren bestimmt. Ulrich hatte bereits 2015 zur Einführung des Journals berichtet – schön, dass er sich jetzt noch einmal Zeit für einen Rückblick nimmt.
  • Open Access – Revolution oder Goldesel? – Von Ulrich Herb gibt es mal wieder ein paar lesenswerte Beiträge (Vortrag, Artikel, Radiomitschnitt) auf die er dankenswerterweise selbst verlinkt. Grundsätzlich geht es um eine ökonomische Betrachtung von Open Access.
  • A 21st Century Solution to the Serials Crisis: Free white paper – Scholastica (der Peer Review Software Provider) hat kürzlich ein White Paper zum wissenschaftlichen Publizieren, insbesondere vor dem Hintergrund der stetig steigenden Kosten, veröffentlicht. "As the cost of academic journals continues to rise, institutions and individual scholars are increasingly at risk of losing access to leading research. Time is running out to break this dangerous cycle. This white paper brings together key literature and insights from 5 expert open access (OA) advocates to survey the journal publishing landscape and explore ways research can affordably be made OA. The paper argues the keys to an OA future are: decentralization of the journal market, online-only publishing, and democratization of article production via services." Durchaus lesenswert.
  • Für Open Access brauchen die Forschenden auch Mut: Ein Plädoyer der Open-Access-Beauftragten der TU Berlin – Schön zu sehen, dass die Open-Access-Beauftragte der TU Berlin ihren Job nicht nur passiv betreibt , sondern auch aktiv die TU Mitarbeiter adressiert. Denn auch wenn das Angebot schon recht gut angenommen wird, gibt es noch genug Potential nach oben wie sie selbst konstatiert. Lesenswert.
  • Perfide Petition zu „Publikationsfreiheit“: Verlagslobby verleumdet Entwurf zum Wissenschaftsurheberrecht – Leonhard Dobusch knöpft sich bei netzpolitik.org die Petition "Publikationsfreiheit" vor – einer vom Eugen Ulmer Verlag initiierten Aktion die sich gegen die dringend notwendige Überarbeitung des Urheberrechts an Schulen und Universitäten, oder allgemeiner in der Wissenschaft und Bildung", richtet. Erschreckend wie viele Personen aus der institutionellen Wissenschaft diese Petition bereits gezeichnet haben sich und sich damit vor den Karren der Verlagslobby spannen lassen. Bezeichnend sind auch die "Testimonials" die man am Ende Petitionswebsite findet. Leonhard macht jedenfalls noch einmal deutlich warum diese Petition allenfalls schlecht argumentiert, wenn nicht sogar dreist fehlinformativ ist.